Inside Out

Mich hat die Schreiblust gepackt! Leider in die falsche Richtung. Eigentlich schreibe ich gerade meine Bachelorarbeit, mir fehlt auch gar nicht mehr so viel, aber mir kreisen einfach so viele andere Themen im Kopf herum, über die ich viel viel lieber schreiben will.

Etwas, das mich in den letzten Tagen ganz besonders beschäftigt hat, ist Konsum, Konsumverhalten und Social Media. Kaufsucht ist ein Schlagwort, das in dem Zusammenhang immer wieder fällt. Ich merke selbst, wie leicht ich beeinflusst bin von all den schönen Outfitposts auf Instagram, den Blogeinträgen über die neueste Handtasche oder Pins für die neue Herbstgarderobe. „Ich will! Ich will! Ich will!“ schreit es dann in mir und ich überlege sofort, wo ich was wann kaufe und wie ich das alles finanzieren soll.

Genau genommen hab ich aber einen vollen Kleiderschrank, eher zu viel als zu wenig (es gibt genügend Stücke, die ich seit mehr als einem Jahr nicht mehr anhatte) und trotzdem steh ich oft vor dem Problem, nichts anzuziehen zu haben. First World Problem, keine Frage.

Letzte Woche wurde ich zu einer privaten Filmvorführung eingeladen, in der es um Arbeitslager in China ging. Der Film war heftig. Misshandlungen, Ausbeutung, Unterdrückung. Und noch viel schlimmer: Organhandel wie im Hummerrestaurant! Das alles passiert im wirtschaftlich zweitmächtigsten Land der Welt.

Der Film hat mich schockiert, bedrückt und auch ziemlich überraschend getroffen. Alle eigenen Probleme sind plötzlich so klein. Alle eigenen Probleme sind plötzlich keine mehr.

Warum erzähl ich Euch das alles? Nein, ich will niemanden belehren und niemandem Regeln oder Vorschriften machen, wie man am besten zu leben hat. Aber ich will Bewusstsein schaffen. Ein Denkanstoß sozusagen.

Dazu hat auch dieses Video beigetragen:

Wir leben in einer plastic world, alles bunt, glitzernd, teuer. Instagram, Blogs, Facebook und Co. verleiten dazu, völlig unreflektiert Geld auszugeben, Wünsche zu hegen und sich selbst Ideale zu schaffen. Um da mithalten zu können, kaufen viele von uns ein, ohne zu wissen, was sie damit unterstützen. Kinderarbeit zum Beispiel. Oder Arbeitslager. Handmade ist nicht gleich ein Qualitätsmerkmal, denn handmade kann auch Sweatshop bedeuten.

Inside Out! Dreht mal euer Tshirt um und seht nach, wo es produziert wurde. Asien? Sehr wahrscheinlich.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, ab sofort nicht mehr blind einzukaufen, was gerade so gefällt, sondern weniger, aber dafür nachhaltiger einkaufen zu gehen. Heißt für mich: Keine Zarajeans mehr, weil so günstig, keine H&M Pyjamas, die einfach so gemütlich sind,  keine Forever21-Party-Kleidchen, weil man da nie genug haben kann, und keinen Accessorize-Schmuck, der so schön glitzert.

Dafür werde ich ab sofort zusammenschreiben (Listen liebe ich sowieso), was ich wirklich brauche und mich zu keinen Spontankäufen mehr hinreißen lassen (die bleiben meist eh im Kasten hängen). Die liebe Madeleine von dariadaria.com hat eine Liste erstellt mit Shops, in denen man nachhaltig einkaufen kann. Ja, viele Sachen sind einfach teurer, aber dafür weiß ich dann, dass kein Kind die Knöpfe angenäht hat und ich auch keine giftigen Stoffe auf der Haut trage. Allein durch überlegteres und lokales Einkaufen sollte das positive Auswirkungen auf mein Konto haben, da es einfach nicht mehr so viel sein wird. Und mein Schrank wird sich auch freuen, recht viel Platz ist da nämlich nicht mehr!

Lesetipps:

markenfirmen.com

cleanclothes.org

ethical.org.au

Und der Link zu der Doku freechina.ntdtv.org/homepage/

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