Aus dem Tagebuch eines Clean-Shopping-Versuches..

Lasst uns alle einen Moment schweigen und meiner täglichen Begleiterin gedenken. Meiner schwarzen Lieblingsjeans. Bis zum letzten Atemzug (ihrem, nicht meinem) getragen, ist sie leider von uns gegangen, löchrig, ausgewaschen, vom Leben gezeichnet. Sie machte mich immer glücklich und bewältigte jede Was-soll-ich-bloß-anziehen-Krise, deswegen ist es beinahe unmöglich, einen ihr würdigen Ersatz zu finden.

Gott sei Dank liebe ich Herausforderungen. Schwarz, high waisted, straight oder skinny leg – keine ungewöhnlichen Anforderungen. Naja, ökologisch und moralisch vertretbar bitte auch. Hallo Acne also! Gleich verliebt, aber bei 170 Euro leider wieder Goodbye Acne! Leben und Leiden einer Studentin eben.

Zurechtgemacht, Bewerbungsphotos in einem Studio im 7. Bezirk geschossen, packte mich dann doch noch die Windowshoppinglaune (wo, wenn nicht in der Mondscheingasse? Huhu Lieblingsluxusshop park.co.at!). Aus dem Schaufenster wurde indoor und bei COS die Versuchung sehr groß.  Aber: Nicht fair, nicht geshoppt. Laune dadurch auch nicht besser.

Gefrustet und geschafft von meinem doch schweren Verlust, ging es heim. Nie würde ich einen Ersatz finden. Doch plötzlich fiel der Blick auf große Letter: „sweatshop-free“. American Apparel. Dem Himmel sei Dank! Hinein, und zehn Minuten später glücklich mit einer highwaisted Jeans im Sackerl wieder raus.

Auf der Rechnung: „Sweatshop-Free. Made in L.A. Fair Wages. Ethical Garment Making. That is what we do.“ Juhu! Genau das wollte ich. Zuhause dann der Schreck: Auf guide.ethical.org.au gecheckt und Kritik wegen Kinderarbeit entdeckt. Also doch nicht clean?

Highwaisted Jeans

Das ist sie übrigens

Deswegen stellt sich mir jetzt die große Frage: Wo überhaupt noch einkaufen? Wie einkaufen? Vorher stundenlang recherchieren, in welche Geschäfte man gehen „darf“? Da geht der Spaß an Mode verloren. Deswegen hier eine kleine Memo: Sich bewusst zu werden, was man mit seinem Kauf unterstützen kann, ist auch schon ein Anfang. Neue Mission:  Möglichst leistbare (und modische!) Alternativen finden.

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