L’odeur de la vie

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Kennt Ihr das, in der Straßenbahn zu sitzen und plötzlich einen Geruch in der Nase zu haben, der Euch an ein ganz bestimmtes Gefühl oder Ereignis erinnert? Düfte haben auf mich die Wirkung einer Zeitmaschine und katapultieren mich an andere Orte, in andere Momente zurück. Manchmal nehme ich die Erinnerung nur sehr vage wahr und kann den Geruch nicht genau zuordnen, an anderen Malen hingegen sehe ich die Situation, zu der dieser Geruch gehört, glasklar in all ihren Farben und Formen vor meinem inneren Auge.

Aus diesem Grund bin ich bei Düften auch nicht sehr experimentierfreudig. Ich hab vor Jahren meinen Klassiker gefunden und bin ihm bisher treu gewesen. Die anderen Parfums, die sich in meine Sammlung dazugesellt haben, waren alles Geschenke.

Ich möchte Euch heute meine vier Lieblinge vorstellen, die für mich alle ein eigenes Lebensgefühl transportieren und je nachdem wie ich mich fühle, zu meinem Begleiter werden.

Zuallererst ist da Opium von Yves Saint Laurent. Ein schwerer, sinnlicher Duft, der einen Hauch von Tausendundeine Nacht vermittelt und sofort in den Orient entführt. Hier reicht mir das Eau de Toilette Légère, als Eau de Parfum wäre es mir zu intensiv. Opium ist ein Parfum für erfolgreiche und selbstbewusste Frauen. Er ist keinesfalls jung oder frisch (wie zum Beispiel die Clavin-Klein-Düfte), dafür luxuriös und verführerisch.

Zweiter Duft in meiner Kollektion ist Elie Saab – Le Parfum. Auch dieses Parfum ist eher schwer, hat eine intensive holzige Note, die leicht ins süßlich-blumige geht und gleichzeitig frisch wirkt. Es versammelt Orangenblüte, Jasmin, Patschuli, Rosenhonig und Zedernholz in einem unglaublich warmen Bouquet und ist damit mein Winterfavorit.

Als drittes möchte ich Euch Terre d’Hermès vorstellen. Hierbei handelt es sich um einen Herrenduft, der mich in meinem La-Garconne-Lebensgefühl begleitet. Ich liebe seine maskuline Note, die herben und erdigen Komponenten. Er riecht beinahe schon bitter, aber auf eine sehr angenehme Art und Weise und ist genau das richtige für alle, die einen großen Bogen um süßliche Mädchendüfte machen (zu dieser Sorte zähle ich zumeist).  Ich trage den Duft am liebsten zu meiner Anzughose, Budapestern und einer schwarzen Seidenbluse.

Meine Nummer vier und Begleiter seit mehr als 8 Jahren ist Un Jardin sur le Nil von Hermès. Ich liebe Hermès und müsste ich mich entscheiden (und könnte es mir leisten), würde ich nur diese Marke kaufen. Un Jardin sur le Nil riecht, wie es der Name schon verrät: Nach einer Schiffsreise entlang des Nils. Nach den hängenden Gärten am Ufer. Frisch, fruchtig, belebend. Der Duft versammelt Weihrauch, grüne Mango, Lotusblumen und Pampelmuse und ist zurückhaltend, aber kostbar. Auch die anderen Jardin-Düfte von Hermès (Un Jardin après la Mousson, Un Jardin en Mediterranée und Un Jardin zur le Toit) erzählen einzigartige Geschichten und verleihen der Trägerin einen unwiderstehlichen, unverwechselbaren Duft, der gerade durch seine Unaufdringlichkeit besticht.

L'odeur de ma vie

Es gibt noch ein Parfum, das schon sehr lange auf meiner Wunschliste steht, ich mir bisher aber einfach nicht leisten wollte: Das Chanel No.5 Eau Première. Ich hab mich eines regnerischen Nachmittags in eine Douglasfiliale gerettet und dort begonnen, die Chanel-Düfte zu testen, weil ich einfach wissen wollte, was an diesem Mythos dran ist. Das No. 5 war mir viel zu damenhaft, die anderen Düfte auch nicht wirklich meins. Zufällig griff ich aber auch nach dem Eau Première und war sofort hin und weg. So musste eine Pariserin riechen. So musste Coco riechen. Ihr Zauber war plötzlich so greifbar, ein bisschen Chanel wollte dringend in mein Leben. Bisher war es aber der Preis und mein wunderbares Sortiment an Düften, die mich daran hinderten, diesen Klassiker in mein Bad zu holen. Wer weiß, vielleicht kommt es beim nächsten Dutyfree-Shopping mit. Am besten auf einer Reise nach Paris.

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