Hello Redhead!

Seit einer geraumen Zeit nerve ich mein Umfeld mit dem ständigen Bedürfnis, über meine Haare zu sprechen. Genauer gesagt, über meinen dringlichen Wunsch, sie erröten zu lassen. Spätestens seit Harry Potter bin ich Hals über Kopf verliebt in gingerred hair, was sicher auch damit zu tun hat, dass Ron Weasley meine erste Jugendliebe war.

Im Sommer habe ich den Entschluss gefasst, nicht mehr so viel darüber zu reden, sondern es einfach zu tun. Nun ja.. Bisher hab ich es trotzdem nicht getan. Doch vor drei Tagen bin ich in die Drogerie gegangen und habe Farbe gekauft. Natürlich nicht, ohne mich vorher zu informieren. Da ich bei meiner Haarpflege darauf achte, Silikone möglichst zu vermeiden, war relativ schnell klar, dass ich Pflanzenfarbe meinen Vorzug gebe. Also gefühlte 100 Foren und Blogs nach Erfahrungen mit verschiedenen Hennafarben und Anwendungsmethoden durchforstet. So bin ich auf etwas mir – als geübte Färberin der Haare meiner Mutter – Neues gestoßen, nämlich Hennagloss. Dabei handelt es sich um einen selbst gemixten Conditioner, der die Haare pflegt und die Farbe intensiviert – auch die Naturhaarfarbe! Da ich von Natur aus einen Rotstich in meinen dunkelblonden Haaren habe, war ich ziemlich begeistert von der Idee, mich langsam und schonend an ein intensiveres Rot heranzutasten.

Meine Naturhaarfarbe

Meine Naturhaarfarbe

Also stand ich nur noch vor der Herausforderung welchen Rotton ich wählen sollte – Sante bietet Bronze, Mahagonirot, Flammenrot und Naturrot an. Ich entschied mich schlussendlich für Naturrot, da dies meiner Naturhaarfarbe am meisten entspricht und die Ergebnisse eher dezent sind.

Also eingekauft, gleich auch noch ein Hennashampoo mitgenommen und per Zufall zwei kleine Packungen für eine auswaschbare Shampootönung in kupferrot gefunden.

Shopping Haul

Shopping Haul

Zuhause habe ich mir sofort meinen Hennaconditioner angerührt:

Dafür ca. 2 El Conditioner (Reste von einem Pantene Pro-V), 1 Tl Hennapulver und reichlich Orangensaft zu einer cremigen Paste verrühren. Dann die Haare normal waschen und den Conditioner ca. 7 Minuten einwirken lassen. Das Ausspülen des Hennas ist leider immer ein bisschen mühsam, da es dazu tendiert, zu bröckeln und gern in den Haaren hängen bleibt. Aber auch das war geschafft und ich in freudigster Erwartung auf das Ergebnis.

Als meine Haare endlich luftgetrocknet waren, war ich zunächst heilfroh: Sie sahen aus wie immer. Warum ich froh war? Nach meiner Prozedur bekam ich plötzlich totale Panik, mich in eine leuchtende Karotte zu verwandeln und mir meine Naturhaarfarbe zu versauen. Deswegen war ich wirklich erleichtert, als ich die alt bekannte dunkelblonde Mähne im Spiegel wiederfand. Einen wesentlichen Unterschied konnte ich aber doch feststellen: Meine Haare waren viel weicher und schienen mehr zu glänzen – genau diese Effekte des Hennaglosses wurden in den Foren so gerühmt.

Als ich am nächsten Tag bei einer Geburtstagsfeier Bekannte traf, die ich schon ein paar Monate nicht mehr gesehen hatte, meinten sie, einen Unterschied in meiner Haarfarbe zu bemerken, sie seien viel rötlicher. Ich hätte vielleicht vorher/nachher-Photos im gleichen Licht machen sollen, aber ich sehe wirklich keine Veränderung.

Gestern Abend bekam ich dann Lust, die chemische Shampootönung auszuprobieren. Die Anwendung war extrem einfach: Bei einer normalen Haarwäsche gibt man die Tönung, die übrigens wie Ketchup aussieht, glücklicherweise aber viel besser riecht, anstelle des Shampoos in die Haare und lässt sie mindestens fünf Minuten einwirken. So gemacht, wusch ich sie wieder aus, pflegte meine Haare noch mit Conditioner und hatte das Gefühl einen leichten Unterschied in den Spitzen zu erkennen.

Rot im nassen Zustand

Rot im nassen Zustand

Als meine Haare trocken waren, war dieses Gefühl schnell wieder verflogen – vermutlich hätte ich die Tönung länger einwirken lassen sollen.  Als Shampoo ist diese Tönung jedenfalls nicht zu empfehlen, da meine Haare heute extrem struppig sind.

Struwwelpeter nach der Shampootönung

Struwwelpeter nach der Shampootönung

Da ich generell zu trockenem und strapaziertem Haar neige und von der Wirkung des Hennaglosses so begeistert war, werde ich mir jetzt öfters eines anrühren und vielleicht noch ein bisschen an der Rezeptur feilen. An meiner Haarfarbe merke ich keine Veränderung, was mich aber gar nicht mehr so stört, jedoch freue ich mich über die positiven Effekte des Hennas und bin gespannt, was das Hennashampoo noch dazu beitragen wird.

Wenn Ihr Angst habt, Eure Naturhaarfarbe durch ein Hennagloss zu verändern, könnt Ihr übrigens auch farbloses Henna kaufen!

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