Glückskind [Berlin]

Glückskind

Lange habe ich mich auf das letzte Wochenende gefreut. Und dann war es noch viel schöner als erwartet.

Im Sommer haben eine sehr liebe Freundin, Barbara von gretchensfragen, und ich, beschlossen, einen Kurztrip nach Berlin zu machen. Da wir extrem spontan gebucht haben, war uns gar nicht bewusst, was für ein besonderes Wochenende wir uns für unsere Reise ausgesucht haben: Das 25. Jubiläumswochenende zum Fall der Berliner Mauer. Aber nicht nur dieses historisch so bedeutsame Ereignis machten unseren Trip zu etwas ganz besonderem, sondern auch die vielen Seiten, die wir an Berlin kennen lernen durften.

Deshalb möchte ich Euch hier ein paar Tipps, Empfehlungen und Berichte geben, wie man in Berlin, auch wenn man nicht zum ersten Mal dort ist, Tolles und Neues erleben kann:

Unsere Unterkunft haben wir über Airbnb gebucht und sind so in einer künstlerischen WG im Bezirk Neukölln untergekommen. Ich wohne viel lieber bei Einheimischen als im Hotel, da man so noch viel mehr Facetten einer Stadt kennen lernt und es meistens auch viel günstiger ist. Gerade Neukölln ist ein tolles Viertel, da man relativ schnell am Alexanderplatz und so im Zentrum ist und gleichzeitig Eindruck von einem recht jungen Stadtteil gewinnen kann.

2014-11-07 13.15.25 HDR-1

Deutscher Dom

Erster Punkt auf unserem Sightseeing-Programm (das übrigens sehr spontan und flexibel war) war eine Stadtführung, die wir über Sandeman’s New Europe gebucht haben. Es war meine erste Führung dieser Art, aber Barbara hatte schon einige positive Erfahrungen damit gemacht und ich muss sagen, auch ich war sehr begeistert. Die Sandeman’s Europe Free Walking Tours werden von jungen Leuten für junge Leute (und Junggebliebene) angeboten und sind auf Trinkgeldbasis, wodurch jeder selbst entscheiden kann, wieviel ihm die Führung wert ist. Unsere Führung war wirklich interessant und total lustig gestaltet, weshalb ich Euch unbedingt empfehle, auch eine zu machen!

museumsinsel

Museumsinsel

2014-11-08 12.18.56-1

Olympiastadion

Neben den Sightseeing-Klassikern wie dem Fernsehturm und der Museumsinsel, haben wir auch ein paar untypische Dinge besichtigt wie zB. das Olympiastadion. Hier rate ich Euch, auch gleich eine Führung zu machen (was nicht viel teurer ist als der normale Eintritt), da man nicht nur Zutritt zu den VIP-Bereichen und Sportlerkabinen bekommt, sondern gleichzeitig sehr viel im Bezug zum Nationalsozialismus und dem Umgang mit diesem denkmalgeschützten, aber modernisierten Stadion erhält.

2014-11-08 21.01.29

Eine Richtung

stadion

Wer von Euch wie ich begeisterte Leserin deutscher Klassiker ist, sollte außerdem unbedingt einen Stopp im zoologischen Garten (nicht mit dem Tiergarten zu verwechseln, Berlin hat nämlich zwei Zoos!) einplanen. Gerade im Herbst zeigt sich der Zoo von seiner schönsten Seite und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

2014-11-08 14.52.10 HDR-1

Der Giraffenpalast

Auch kulinarisch gesehen bietet Berlin weitaus mehr als Currywurst und Döner: Mit der Pizzeria 12 Apostel haben Barbara und ich einen ganz tollen Italiener ausfindig gemacht, der in dämmriger Beleuchtung und romantischer Holzeinrichtung unglaublich gute Pizzen serviert (v.a. Bartolomeo, eine Pizza mit Ziegenkäse, Feigen und Räucherschinken ist sehr sehr sehr zu empfehlen!). Das Lokal ist außerdem total nett gelegen, wodurch man noch einen kurzen Spaziergang durch ein Designviertel zum Alexanderplatz machen kann.

2014-11-07 18.39.43-2

Café Cinema

Auch am Hackeschen Markt lässt es sich übrigens gut speisen oder sich einfach bei einem Glas Tee die Hände wärmen. Besonders gut geht das im Café Cinema, in dem Einheimische und Touristen dicht an dicht bei toller Indie-Musik und Kerzenschein sitzen.

2014-11-11 13.25.05

Schwarze Milch

Sonntage in Berlin sind etwas ganz Besonderes: Plötzlich kehrt Ruhe ein und das heftige Treiben unter der Woche ist nur noch blasse Erinnerung. Wer von Euch nicht dem Reiz der geöffneten Geschäfte und einem Extremshoppingtag am Ku’damm oder im KaDeWe erliegt, könnte so zum Beispiel die East Side Gallery besuchen (unbedingt beim Schlesischen Tor aussteigen und über die Brücke zur Mauer gehen, der Blick auf die Spree ist traumhaft!) und im Anschluss den Kreuzberg erkunden. Neben der berühmten Oranienstraße, die mit zahlreichen Lokalen und Geschäften aufwartet, ist das Viertel Alt-Luisenstadt mit seinem unglaublich malerischen Friedhof einen Blick wert. Hier liegt übrigens auch Ludwig Tieck begraben – um wieder alle Bibliophilen unter Euch anzusprechen!

2014-11-09 14.53.34-1

2014-11-09 15.20.59-1

Design Market und Flohmarkt

Wer wissen will, wo sich alle Stylischen und Jungen Berlins Sonntags rumtreiben, sollte in der Neuen Heimat vorbeischauen, wo sonntäglich der Berlin Design Market bzw. Village Market stattfindet. Hier gibt es zahlreiche Stände mit richtig hippem Essen, DJs versorgen einen mit coolen Klängen und die Berliner Fashion-Szene reicht sich die Hand.

2014-11-09 14.49.28-1

2014-11-09 15.02.01-1

Quinoaqugeln

faces

Unseren Sonntag haben wir dann ganz besonders beendet, nämlich mit der Feier des Falls der Berliner Mauer am Brandenburger Tor. Tausende Menschen waren gekommen, weshalb die Bereiche gesperrt wurden und selbst wir, die eine Stunde früher da waren, nur noch auf der „Hinterseite“ einen Platz bekommen haben. Nach langem Warten in der Kälte aber schließlich die weißen Ballons, die entlang der ehemaligen Mauer angebracht waren, aufsteigen und die Mauer so nochmals Fallen zu sehen, war ein unsagbar beeindruckendes Gefühl. Auch die Stimmung der vielen vielen Besucher, ob jung oder alt, einheimisch oder touristisch, war einzigartig.

Für mich war es das zweite Mal in Berlin und trotzdem habe ich dieses Mal einen ganz anderen und sehr sehr schönen Eindruck von der Stadt gewonnen. Als wir Montag früh unseren Flug zurück erwischen mussten, tat mir das Herz richtig weh, diese tolle, kreative und pulsierende Stadt schon wieder verlassen zu müssen. Umso mehr freue ich mich aber auf die nächste Reise hin!

karten

Advertisements