Chilikuchen

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Vor knapp einer Woche hab ich mich endlich an ein Projekt getraut, das ich meinem Freund lange versprochen hatte. Eine selbstgemachte Sachertorte. Ist sein Lieblingskuchen und laut eigener Aussage das Zweitliebste aus Österreich nach mir, versteht sich. Man stelle sich nun aber die Küche eines jungen Mexikaners vor: Keine Teigschüsseln (oder Ähnliches, was man umfunktionieren könnte), kein Schneebesen geschweige denn ein Handmixer und schon gar keine Wage. Da die Sachertorte aber zu seinen absoluten süßen Schwächen zählt und er, ganz unter uns gesagt, nicht nur einmal eine ganze Torte allein und direkt aus der Holzschachtel verputzt hat, habe ich mich trotzdem an dieses Experiment gewagt und mich mit den notwendigsten Utensilien ausgerüstet. Das Projekt war ein voller Erfolg, in nicht einmal 24 Stunden verspeist und laut sehr charmanter und wohl eher halbwarer Aussage des Beglückten noch besser als das Original.

Da ich nun über zwei Rührschüsseln, Schneebesen, Wage und einige Zutaten verfügte, beschloss ich, mich an weitere Rezepte zu wagen. Neben dem unglaublich empfehlenswerten Orange Cake von Rens Kroes, der immerhin ganze drei Tage gehalten und um einiges weniger schlechtes Gewissen verursacht hat, habe ich gestern eine freie Improvisation gestartet. Geplant war eigentlich ein Bananenbrot, da sich die überreifen Bananen förmlich dazu anboten. Geworden ist es schließlich etwas ganz anderes, nämlich ein saftiger, äußerst schokoladiger Chilikuchen.

Auch dieser Kuchen ist jetzt, knapp 24h später, bis auf ein Stück gänzlich verputzt. Nach dem Backen habe ich meinen etwas verkühlten Freund alleine zuhause gelassen und bin ins Fitness Center gegangen – man muss sich die süßen Sünden schließlich auch verdienen. Eineinhalb Stunden später war ich zurück und die Hälfte des Kuchens weg. Wenn das kein ehrliches Lob an die Küche ist! Auch mein Privatschüler – ein zwölfjähriger Mexikaner, dem ich Leseunterricht gebe – war von dem Kuchen angetan, hat sich aber enchilado. Ja, dieses Wort existiert hier in Mexiko! Wem die Zunge aufgrund einer zu gut gemeinten Dosis Chili brennt, se enchiló, so sagt man.

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Nun aber zum Rezept:

  • 50g Agavensirup
  • 50g Rohrzucker
  • 100g Mehl mit 1 Tl Backpulver versiebt
  • 100g Bitterschokolade
  • 6 Eier
  • 30g Kokosöl
  • 2 Bananen
  • 2 El Mandeln
  • evt. 1 El Chia in 5 El Mandelmilch gequollen
  • 1 getrocknete Chilischote
  • 1 Tl Zimt
  • Himalayasalz

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Und so geht’s:

  1. Den Ofen auf 180°C vorheizen und eine Springform oder andere Form nach Wahl leicht befetten und bemehlen.
  2. Die Eier mit dem Zucker und dem Agavensirup verrühren.
  3. Das Kokosöl vorsichtig mit der halben Tafel Schokolade schmelzen und zu den Eiern hinzufügen.
  4. Die andere Hälfte der Schokolade sowie die Mandeln hacken. Die Bananen und die Chilischote in feine Scheiben schneiden.
  5. Die Bananen zu dem Eier-Gemisch hinzufügen (ebenso die Chiasamen). Schließlich das Mehl einrühren und mit Zimt, Chili und einer Prise Himalayasalz würzen.
  6. Nun gehackte Schokolade und Mandeln unterheben.
  7. Die Masse in die Form füllen, eventuell noch mit Nüssen, Chili und Agavensirup toppen und das ganze für ca. 30 Minuten in den Ofen. Der Kuchen ist fertig, sobald kein Teig mehr kleben bleibt, sich das ganze trotzdem weich und ein wenig chewy anfühlt.

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Dass mein Freund und ich in etwas mehr als 8 Tagen drei Kuchen vernichtet haben, sollte uns eventuell ein wenig zu bedenken geben, da ich aber die sonstige Zeit meist viel zu gesund für seinen Geschmack koche, ist wohl auch das zu verzeihen. Ich glaube, das Rezept lässt sich auch sehr gut ohne Bananen backen und schmeckt ohne Zimt, dafür mit ein wenig Backkakao noch viel schokoladiger. Meine Photos sind übrigens aufgrund Mangels besseren Equipments mit dem Iphone entstanden was sich leider nicht verbergen lässt.

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