Frances Ha [Schwarz, weiß und kunterbunt]

frances ha

(Photo via Pinterest)

Ein Film in Schwarz und Weiß, der die Geschichte einer kunterbunten Freundschaft erzählt. Einer Freundschaft zweier Mädchen, „die eine Person mit unterschiedlichen Haarfarben“ sind. Frances und Sophie teilen sich Bett, Wohnung und viele, viele Zigaretten. In ihrer kleinen WG, rauchend auf zwei Fensterbänken sitzend, planen die beiden ihre Weltherrschaft und wünschen sich Unabhängigkeit – intellektuell wie finanziell. Sie erträumen sich ein Leben in Paris, mit vielen Liebhabern, aber ohne Verpflichtungen. Davon sind sie aber noch weit entfernt und verlieren sich immer wieder im schnellen Alltag New Yorks.

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(Photo via Youtube)

Dieser Film ist eine kleine Achterbahn der Gefühle und erzählt so unverhohlen die Geschichte zweier, aber vielmehr eines Mädchens, Frances, dass sie eigentlich schon beinahe die eigene sein könnte. Mitte zwanzig, eher schon auf die dreißig zugehend, immer noch Single, immer noch jobbend, immer noch zur Untermiete wohnend. Die steile Karriere eher glitzernder Tagtraum als greifbare Realität. Freunde, die heiraten, Kinder kriegen, den Ernst des Lebens begreifen, während sie selbst eher zusieht, als am Schnellzug des Lebens mitzufahren. Undateable nennt sie ihr Mitbewohner Benji und hat damit manchmal wirklich Recht. Der Film schillert nur so vor grandioser Figuren, viel Charme und noch mehr Humor. Ausgerechnet Frances, die immer wie vom Pfeil gestochen durch die Straßen New Yorks läuft, in ihren Bewegungen oftmals tollpatschig wird und bei einem ersten Date der Länge nach auf die Nase fällt, strebt eine Karriere als Tänzerin an. Absolut pleite reist sie nach Paris und formuliert ganz romantisch, was sie sich vom Leben wünscht:

I want this one moment, it’s what I want in a relationship, which might explain why I’m single now. It’s kind of hard to.. It’s that thing, when you’re with someone and you love them, and you know it, and they love you, and you know it. But it’s a party and you’re both talking to other people and you’re loving and shining and you look across the room and catch each other’s eyes, but not because you’re possessive, or it’s precisely sexual, but because that is your person in this life. And it’s funny and sad, but only because this life will end. And it’s this secret world that exists right there in public, unnoticed, and no-one else knows about it … It’s sort of like – how do they say – that other dimensions exist all around us, but we don’t have the ability to perceive them? That’s.. That’s what I want out of a relationship or just life, I guess.

Der Regisseur Noah Baumbach weiß in dieser Geschichte wunderbar Witz, Romantik und auch ein klein wenig Tragik zu verbinden und zeigt, wie einem das Leben so spielt. Beim Ansehen wird man fast ein bisschen neidisch auf die phantastische Freundschaft, die Frances zu Sophie pflegt, die außerordentlich künstlerische WG, in der sie mit zwei kreativen Köpfen lebt und hat auch in den traurigen Momenten fast immer etwas zu lachen.

Und ganz unaufdringlich wird uns gezeigt, dass wir nicht allein sind mit unseren Ängsten vor der Zukunft, und, dass wir alle jemanden suchen, der uns beim Lösen dieser hilft. Dabei liefert Frances Ha aber auf grandiose Weise ein Happy-End, das so gar nicht amerikanisch ist. Ohne große Kussszene, ohne idealistische Liebe, die alles bezwingt. Aber mit sehr viel Frances.

Francis Ha

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Für mich ein Film, den ich mir immer und immer wieder ansehen kann. Am liebsten mit meiner besten Freundin – kommt der auch auf unsere Liste?

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