Tage in Paris [In c Moll]

Ein unaufhörliches Kribbeln am ganzen Körper. Hunderte kleine Ameisen, die sich ihren Weg durch meine Nerven bahnten. Rücksichtslos, unbeständig und jede einzelne Muskelfaser zum Zittern bringend. Wärme, Nervosität, Freude und Aufregung machten es unmöglich, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Der Tag würde endlich kommen. Es würde wirklich geschehen. Ich konnte mein Glück kaum fassen.

Ich schloss die Augen und öffnete sie erst wieder, als ich in der Stadt d’amour war. Und plötzlich war ich mittendrin. In Liebe. In Leidenschaft. Und seinen Armen.

Paris! schrie mein Herz, das sich anfühlte, als würde es endlich wieder schlagen können. Paris! wollte auch meine Seele, die die Stadt nicht wirklich kannte. Ich atmete Paris ein und saugte es auf, sodass jede Faser meines Leibes von Paris überquoll.

Diese Tage ging ich wie auf Wolken, tanzte durch die Straßen und mein Inneres jubelte vor Glück. Ich war nicht mehr ich, ich war Paris. Ich war eine Chanson, die jauchzend die Champs-Elysées hinunterstolzierte, ich war eine Parisienne, die jedes Eck dieser pulsierenden Stadt liebte. Und ich war auch verliebt. In ihn. In die Seine. In nächtliche Spaziergänge. Hand in Hand.

Jeden Wunsch las er mir von den Augen ab und las noch so viel mehr in ihnen. Ich konnte versinken in seinen, er tat es oft in meinen. Es war wie eine Achterbahnfahrt. Aber nur in eine Richtung, ganz hoch hinauf. Mit Champagner, direkt aus der Flasche. Vielen, bunten Macarons. Und Küssen zu Mitternacht, unter dem Eiffelturm. Ich sah alles rosa. Und gold. Und manchmal auch mit Glitzer. Mein Märchen, aus dem ich nie wieder erwachen wollte.

10897910_10204913322369308_7996476758520123240_n

Vor fast zehn Monaten verbrachte ich wunderschöne Tage in Paris. Die Tage waren flüchtig, aber haben sich so sehr in mein Herz gebrannt, dass ich sie wohl nie vergessen werde. Es mag kitschig klingen, vielleicht auch ein bisschen phantasielos, aber macht Euch den Gefallen, und fahrt frischverliebt nach Paris. Es ist schöner als jedes Märchen! 

Nachdem ich außerdem ein paar Semester Musik studiert habe, hat sich die Tonartencharakteristik Schubarts einen ganz persönlichen Platz in meiner Gedankenwelt errungen. Nach Schubart ist die c-Moll-Tonleiter der Inbegriff einer Liebeserklärung und beherbergt Schmachten, Sehnen und Seufzen in ihrem Ton. Das passt so wunderbar zu meiner Stimmung. 

Advertisements