Ein Winter in Mexiko [1]

Seit knapp 50 Tagen bin ich zurück. In Mexiko. Dieses Mal in Mexiko Stadt, dieser Millionenmetropole, in der ich das große Glück habe, ein Praktikum zu absolvieren.

In den 50 Tagen habe ich viel gesehen, viel erlebt, bin umgezogen, lebte mit Leuten aus Brasilien, New York, Mexiko, Japan und noch ganz anderen Ecken dieser Erde zusammen. Ich habe die Adventszeit auf mexikanisch erlebt, bin anstatt mit Punsch und Handschuhen in T-Shirt und mit frisch gepresstem Saft durch die Straßen spaziert. Ich habe Weihnachten hier gefeiert, mit einer knapp zwanzigköpfigen Familie, viel Ponche (eine köstliche Punschvariante), Pozole (eine scharfe Suppe mit Mais, Salat, Avocado, Chili und Huhn) und dem Zerschlagen großer, bunter Piñatas. Ich bin hier auch ins neue Jahr gerutscht, bei Live-Musik, Tanz und einem Glas Champagner.

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Natürlich habe ich in der Zeit auch viele Stunden im Büro verbracht, die meiste Zeit, um genau zu sein. Trotzdem habe ich ein bisschen Sightseeing gemacht und ein paar Tipps parat, die den einen oder anderen vielleicht nach Mexiko locken oder zumindest dazu anregen.

Wer in Mexiko Stadt, die Chilangos sagen einfach nur D.F., richtig gut frühstücken will, ist in der Condesa richtig. Die Condesa ist eine wunderschöne grüne Zone, mit vielen hippen Lokalen und der ein oder anderen Boutique. Wenn man sich im D.F. sicher und auch ein wenig europäisch fühlen will, dann wohl am besten hier.

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Grandioses Frühstück von grünen Smoothies über Açai Bowls bis hin zu Enchiladas und verschiedenen Eierspeisen gibt es im Ojo de Agua. Am Wochenende immer bummvoll. Wer aber vorher nicht reserviert hat, sollte die Wartezeit von in etwa 20 Minuten wirklich in Kauf nehmen, es lohnt sich!

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Eine andere Topadresse für Frühstück bzw. late Brunch ist ca. 5 Minuten entfernt, liegt direkt am wunderschönen Parque México und nennt sich Maque. Hier gibt es die besten Kekse, Muffins und süßes Gebäck. Dazu ein grüner Saft, der einfach nur köstlich (und ungezuckert!) schmeckt und ein Thunfisch-Sandwich, das randvoll mit Gemüse, Samen und anderen gesunden Köstlichkeiten gefüllt ist.

Wer ein ganz besonders interessantes Museum sehen will (gut, hier im DF gibt es einige von der Sorte), sollte ins Museo Memoria y Tolerancia. Momentan ist dort eine Ausstellung zu Genoziden, ein trauriges und bedrückendes Thema, aber so unglaublich gut kuratiert , dass ich sie wirklich gerne weiterempfehle.

Natürlich habe ich auch wieder Zeit in Guadalajara verbracht, wo ich Zeit hatte, das tollste Shoppingcenter zu entdecken, mir meine für mich ganz neuen Gelnägel zu erneuern und ganz viele köstliche Naschereien probiert habe.

Die besten Macarons der Stadt findet man eindeutig bei Saint Michel, der in der Luxusmall Andares gleich zwei Verkaufsorte hat. Sie sind zwar nicht billig, schmecken aber mindestens genauso gut wie in Paris.

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Meine Nägel waren mein Lebtag brüchig, deswegen immer kurz. Lange Zeit habe ich deshalb überlegt, es mit Gelnägeln zu versuchen. Meine Omi hat schließlich den Rest dazu beigetragen und mich überzeugt, es durchzuziehen. So war ich eines Abends nach der Arbeit glatte zwei Stunden bei der Maniküre, um mit diesen Krallen heimzugehen:

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Mega unpraktisch für die Arbeit, insbesondere das Schreiben auf der Tastatur hat sich als Hürde herausgestellt. Nachdem nach eineinhalb Wochen schon drei Nägel kaputt waren, bin ich in Guadalajara nochmals gegangen, um die Überbleibsel zu retten. Ich hab den Salon Branché über Instagram und ein paar mexikanische Bloggerinnen gefunden und fand mich plötzlich in Ballkleidern, Schmuck und wunderhübschen Mädchen wieder. Hier war ich mit dem Ergebnis schon viel zufriedener und jetzt, nach fast drei Wochen sind immer noch alle Nägel dran und sehen noch ziemlich schön aus.

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Was bei mir in nächster Zeit noch so auf der Liste steht?

  • Xochimilco, das Venedig Mexikos, wo ich Gondel fahren und die Isla de las Muñecas (Puppeninsel) sehen möchte.
  • Soumaya, das berühmte Museum von Carlos Slim, nach seiner Frau benannt.
  • Das Castillo de Chapultepec, in dem die berühmte Kutsche Maximilians I. steht.
  • Die Biblioteca Vasconcelos, größte Bibliothek Lateinamerikas.
  • Ganz viel Souvenir- und Geschenke-Shopping. Eventuell auch noch einen Pullover, es ist eiskalt hier!
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