Good Vibes Only

Ich bin seit ein bisschen mehr als drei Monaten wieder in Wien und habe die letzte Zeit extrem produktiv verbracht. Deswegen auch die lange Stille hier am Blog. Mit einem Doppelstudium hat man von vornherein relativ wenig Freizeit, da aber auch noch familiäre Notfälle dazwischen kamen, kann ich meine freien Tage seit März eigentlich an einer Hand abzählen. Wenn man so wenig Zeit für sich hat, beginnt man aber umso mehr, abzuwägen, wie man diese verwenden will. Und mit wem. 

Früher hätte ich mich kaum getraut, einer Freundin oder einem Freund abzusagen, um mehr Zeit für mich zu haben, da mir das sehr egoistisch vorgekommen wäre. Mittlerweile stehe ich auf dem Standpunkt, dass Kompromisse nicht immer die Lösung sind. Gerade wenn Zeit kostbar ist und man beruflich bzw. durch die Uni sehr unter Druck steht, ist es wichtig, sich das Recht herauszunehmen, genau das zu tun, was für einen selbst den größten Mehrwert hat. Das kann Shoppen mit einer lieben Freundin sein, oder Sport, um endlich aus dem ewigen Sitzmodus rauszukommen. Das kann ein Abendessen mit Freunden in einer hippen Location oder ein gemütlicher Filmabend allein zuhause sein. Ganz egal, aber es sollte genau das sein, bei dem man nicht denkt „eigentlich wäre ich gerade ja lieber dort…“.

Ein anderer Punkt, der mir ebenso lang im Kopf herumgeistert, ist die ständige Kritik, mit der man dauernd konfrontiert ist: Mittlerweile kann ich ein paar Freunde nennen, die wirklich keinen Snap meiner Story verpassen, am Schluss aber immer wieder kränkende Worte und Kommentare abgeben. Warum das so ist? Fragt mich nicht. Oder doch, fragt mich, eine Theorie, die so gar nicht neu ist, gibt es ja: In sozialen Medien kann man sein Leben selbst inszenieren, zeigt also nur das, was man zeigen will. Das kann schnell mal toller und perfekter wirken, als es eigentlich ist. Oder mega selbstverliebt, lädt man täglich ein Selfie hoch. Aber ist es nicht gut, wenn man zu sich steht und sich so mag, wie man ist? Wenn man sich über die schönen Dinge des Lebens freut und genau das teilt? Und wissen nicht alle, dass Social Media nicht das echte Leben ist? Genau das wird aber als 24/7-Realität oder -Eitelkeit missverstanden und angekreidet.

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Wie man diesem Zirkus die Stirn bieten kann?  Indem man nicht mitmacht. Kein Urteil abgibt, nicht schlecht über das Mädchen spricht, das schon wieder ein Selfie hochgeladen hat. Im Endeffekt schadet man ja nur sich selbst damit, denn wie Audrey Hepburn schon wusste:

So glücklich mit sich und seinem Leben zu sein, dass man wirklich leben und leben lassen kann – das finde ich erstrebenswert. Keinen Lebensstil verurteilen, bemängeln oder notorisch mit dem eigenen zu vergleichen – das nenne ich Zufriedenheit. Erst unlängst habe ich auf dem Instagram-Profil von Lara (sie bloggt auf moresmore) noch ein Photo gesehen, das es auf den Punkt bringt:

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Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer YG, der singt Why you always hatin‘? 

 

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