Du. Ich. Wir.

 

Ich tat es für Dich, Du sahst es nicht. Du plantest für mich, ich schätzte es nicht. Stolz, Erwartungen und Eitelkeit drängten sich zwischen uns und Du. Ich. Wir. wussten es.

Wir wollten einander, aber sagten es nicht. Wir waren gut zusammen, aber viel öfter nicht. Wir suchten Frieden, indem wir kämpften. Wir zielten, schossen, verwundeten. Blind und exakt trafen wir immer.  Das Opfer – unschuldig.

Jedes Mal überraschten wir es.

Es war nicht gefeit vor unsrer blutrünstigen Tat. Es war nicht bereit für unser Bös. Es war rein. Und lebte von Licht, Luft und Liebe. Wollte wachsen. Und wollte lieben. Leben. Da sein und uns verbinden.

Wir wollten ihm all dies erfüllen. Zogen es hoch, stillten seinen Durst, stützten es.

Gleichzeitig störten wir unsre eignen Bemühen. Legten ihm Hindernisse in den Weg. Egoistische Kräfte, Unsicherheiten und Misstrauen drängten es immer wieder in den Boden zurück. Nahmen ihm jede Luft und verbaten ihm das gleißende Licht des Lebens. Es verkümmerte. Krümmte sich nach unten. Demütig. Traurig. Enttäuscht. Verlor seine Kraft und war kurz davor, aufzugeben.

Ich suchte mein Glück in Dir. Und fand es letztlich in mir. Du. Ich. Wir. wussten es.

Zaghaft reckte es sich gen Himmel. Ein leichter Windhauch streifte seine kleinen Ärmchen. Es roch nach Hoffnung.

 

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