Carcavelos

Der warme schwere Duft von Sommer liegt in der Luft. Der Wind spielt mit meinem Haar und lässt einzelne Strähnen entlang meines Rückens tanzen. Der Sand unter meinen Füßen gleicht einem seidigen Beet, auf dem ich gedankenversunken einem blutroten Sonnenuntergang entgegen spaziere. Entfernt erklingen vereinzelte Freudenjauchzer von Kindern, die über die letzten in Sonnenlicht getränkten Wellen springen und diesen heißen Tag zur Gänze auskosten. Zephyr trägt ihre expressive Lebensfreude an mein Ohr und lässt sie mit dem Rauschen der See verschmelzen. 
Mein Blick schweift entlang des glühenden Horizonts und findet weder Anfang noch Ende. Einzig die Überreste eines Leuchtturms zur Linken und die Schmiegung einer sich ins Land drängenden Bucht zur Rechten gebieten dem Wasser Einhalt. Es scheint beinahe verwunderlich, dass sich das wilde, rauhe Meer heute von solch einer sanften Seite zeigt, seinen Grenzen erliegen will…